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Avatar von Maru Yoi

Wie beurteilst du jene Meldung, wonach KI die Arbeit verdichtet?

Avatar von Thomas Krecker

Liebe Svenja,

natürlich sehe ich auch die Effekte dieser größten Disruption aller Zeiten. Aktuell machen sich viele Menschen in meinem persönlichen Umfeld Sorgen. Aber es gibt wichtige Stellhebel, die ich wichtig finde, nicht unerwähnt zu lassen, und ich finde es wichtig, jetzt gestalten zu wollen und nicht zu verzagen.

1. Volkswirtschaftlich erhöht KI vor allem die Produktivität. Es ist darum wirklich wichtig, zu fragen, wie dieser Produktivitätszuwachs verteilt wird.

2. KI ermöglicht auch neue Aufgaben, die nicht durch, sondern mit der KI erledigt werden. So wie es bei Dampfmaschine oder Grafik-PCs auch passiert ist. Ich analysiere Teams in Change-Prozessen heute schneller und mit einer Vielzahl von Hypothesen mit KI, aber eine KI allein würde es so nicht tun.

3. 25% der Weltbevölkerung leben in Verhältnissen, in denen mehrere fundamentale Infrastrukturen fehlen. (3,4 Mrd. ohne Sanitärversorgung, 2,2 Mrd. ohne sauberes Wasser etc.) Der Gedanke, dass wir alle bald nichts mehr zu tun haben, ist angesichts der Realitäten außerhalb von Wissensarbeit in den Industrienationen eher nicht naheliegend.

4. Es gibt viele Bereiche, in denen wir langsame, unzuverlässige, aber vor allem intuitive – eben menschliche – Arbeit zunehmend schätzen werden:

- sozial-emotionale Bereiche

- rechtlich/ethische Entscheidungen

- Umgang mit Widersprüchen, Aushandeln von Kompromissen

- physische Arbeit in unstrukturierten Umgebungen (z.B. Umwelt- und Artenschutz)

- Menschen begeistern und inspirieren

etc.

Dies sind herausfordernde Zeiten, aber umso mehr ist es wichtig, auf vielen Ebenen zu versuchen, das Heft in die Hand zu nehmen. Persönlich und gesellschaftlich.

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